Bibliotheken betreiben digitale Mimikry – sagt Siems (Fobi LLL IN – 4)

Vortrag Dr. Renke SiemsDr. Renke Siems¹ Vortrag “Vernetztes Lernen – die neue Fortbildungsinitiative in Baden-Württemberg” startet mit einer Nabelschau und einer Art “Abrechnung”. Wie genau die neue Fortbildungsinitiative aussehen wird, dazu gibt mein Mitschrieb lediglich das Stichwort “Arbeitsgruppe” her. Kann sein, ich war gerade abgelenkt oder habe es akustisch nicht verstanden. Auch ein Folienfoto finde ich hierzu nicht. Ist es ein beredtes Zeichen dafür, dass das Neue noch nebulös ist? Vielleicht klärt es sich, wenn alle Referent(inn)en der Fortbildung “Lebenslanges Lernen im Beruf …”² ihre Folien fürs Nachlernen freigegeben und der BVB diese ins Netz gestellt hat.

Eine nachträgliche Recherche meinerseits lieferte jedoch ein interessantes Paper namens “Neue Medien und Mobiles Lernen. Eine Handreichung der gleichnamigen Fachgruppe aus dem Bündnis für Lebenslanges Lernen mit Empfehlungen und Praxisbeispielen für Weiterbildungsträger in Baden-Württemberg.”
Darin enthalten z. B.: “E-Learning in Bibliotheken – von der Idee zur Realität” (S. 64) und “Rechtssichere Verwendung von Bildern: Tipps für Online-Trainer/innen und Autor/innen” (S. 94). So hat mir also die posthume, intensive Auseinandersetzung mit der Fortbildung auf alle Fälle Andockwissen in die Tasten gespült. Jetzt aber zu dem, was (mehr oder weniger gesichert) in meinem Siems-Mitschrieb belegt ist:

Die Ausgangslage

… stellt sich für Dr. Renke Siems so dar:

  • Dynamik des Berufsfeldes höher als die der Personalentwicklung
  • Bislang keine übergreifende Fortbildungsinfrastruktur
  • Informelles Lernen besonders wenig unterstützt
  • Keine Mehrwerte aus der Vernetzung bereits bestehender Möglichkeiten, kein strukturierter Ausbau

Themenfelder fürs Lernen

  • IT, Daten, Prozesse / Denken in Strukturen, Controlling, Reporting
  • Benutzung       / Interkulturalität, Grundwissen in empirischer Sozialforschung
  • Führung u. Leitung / Teamleitung, Bereichsleitung, hatten bisher in der Region u wenig Möglichkeiten
  • „Neue“ Services / Cluster, Themen bündeln sich immer stärker in einem Kontext, z. B. Openess, Knotenpunkte tiefer bearbeiten

Lerngewohnheiten / Formate

  • Inhouse
  • Kurzworkshop extern
  • Größere Module extern
  • Kollegiale Beratung intern / extern (informelles, non-formales Lernen; Habitualisiert, das es okay ist, wenn Kollegen mal wo hinfahren)
  • Bis an den Rand des Denkbaren: mehrtägige Klausuren

Die Struktur

… des Lernens der Universitätsbibliothek setzt sich zusammen aus:

  • Folie Vortrag Dr. Renke SiemsHochschulde der Medien, HdM -> für das Kontaktstudium
  • Zentrum für Bibliotheks- und Informationswissenschaftliche Weiterbildung Köln, ZBIW Köln
  • Führungsakademie Baden-Württemberg, VWA, Hochschuldidaktikzentrum, HDZ
  • Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg, BSZ -> für die Regelwerke, Katalogisierung, Bibliothekssystem etc.
  • BIB, VdB, NIK etc, Bibliothekartag -> für Fortbildungsveranstaltungen
  • Oberwolfach-Nachfolge [Anmerkung: Ich vermute, gemeint ist die Bibliothek des Mathematischen Forschungsinstituts in Oberwolfach] -> für Kollegialen Austausch
  • Ein Fragezeichen fügte Siems der „Sommerakademie“ und „Weiteres“ bei

Für ihn sind „Bibliotheken weniger Teil einer Kultur der Digitalität, als dass sie digitale Mimikry betreiben“. Und sie würden sich zwar als Lernort profilieren, doch sind sie auch ein lernender Ort?

Knackpunkte sind einerseits intern zu finden – Wie leben wir miteinander? – andererseits extern in der Vergütung.

Das gegenwärtige Tarifregelwerk

  • Blick aus FH zu Neuem Schloss Ingolstadt… entstammt immer noch einem industrieökologischen Ansatz
  • … priorisiert kleinteilige iterative Abläufe
  • … kennt das Konzept Wissensarbeit nicht
  • … lässt einen wie weit kommen?

¹Dr. Renke Siems, Universitätsbibliothek Tübingen, Fachreferent für Erziehungswissenschaft, Psychologie, Soziologie; Leiter der Abteilung Benutzung, Information und Dokumentlieferung.

²Mitschrieb zur Fortbildung Lebenslanges Lernen im Beruf: Individuell, virtuell, informell? vom 20.09.2017 in Ingolstadt. Veranstalterinnen: Kommission für Aus- und Fortbildung des Bibliotheksverbunds Bayern (KAF) in Kooperation mit der Bibliotheksakademie Bayern.

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