Studienreise Luxemburg (4): Nationalbibliothek

Hinweistafel auf die Bibliothèque nationale de Luxembourg / NationalbibliothekWie bereits in der Cité-Bibliothèque / Stadtbibliothek wurde unsere Reisegruppe auch in der Bibliothèque nationale de Luxembourg (BnL) / Nationalbibliothek mit einer umfangreichen Powerpoint-Präsentation bedient. Während die Cité-Bibliothèque nach Renovierung ihrer Neueröffnung entgegen sah, darf die NB Ende 2018 sogar einem völligen Neubau entgegenfiebern.

Für uns zwar noch lange kein Grund, uns die alten Räume, zudem mit reichlich historischer Geschichte seit 1798, vorzuenthalten. Doch nach Ende der interessanten Vorführung gab’s Wein und Häppchen (vielen Dank!), und so fühlten sich einige von uns wagemutig genug, sich selbst auf einen Erkundungsspaziergang zu machen.

Einer von vielen kleinen Lesesälen der Bibliothèque nationale de Luxembourg / Nationalbibliothek

Schwerpunkte der bildreichen Vorführungen waren – logisch! – waren die Konzeption des Neubaus am Kirchberg, das digitale Medienmanagement, insbesondere der E-Books sowie der Katalogverbund, für den die Nationalbibliothek federführend ist.

Dr. Monique Kieffer, Bibliothèque nationale de Luxembourg / NationalbibliothekZu Anfangs stellte uns die Direktorin, Dr. Monique Kieffer, die derzeitige Situation vor. Erstaunlich und kurios: Neben den 7 Standorten werden auch zwei Bücherbusse betreut. So ganz erschloss sich mir der Grund hierfür nicht. Denn dass eine Nationalbibliothek auch Teile der öffentlichen Grundversorgung übernimmt, würde einen eigens dafür ausgerichteten Bestand benötigen, selbstverständlich mit entsprechend geschulten Personal, also ÖB ausgerichtet.

Reisegruppe zum Vortrag in der Bibliothèque nationale de Luxembourg / Nationalbibliothek.

Allerdings – im Bibliotheksgesetz (französ.) ist wohl nicht wirklich geregelt, wer in welcher Form und Qualität was genau zu tun oder zu lassen hat. (Ohnehin war dieses Gesetz, 2010 in Kraft getreten, recht umstritten, s. a. Wikipedia, mehr oder weniger bestätigt von Jean-Marie Reding, ALBAD). Nur so ließe sich die erweiterte Aufgabenstellung und Etatbegründung für mich erklären. Wie auch immer – für die beiden sicherlich segensreichen Bücherbusse wurde ein eigener Gebäudetrakt mit Anlieferungsbereich bereits mit eingeplant.

Folie Bibliothèque nationale de Luxembourg / Nationalbibliothek im Überblick, Dr. Monique KiefferDie Bibliothèque nationale de Luxembourg beherbergt derzeit 1,8 Mio. physischer Medien und eine wachsende Anzahl digitaler Medien (gleich mehr) bei einem Budget von 12,65 Mio. Euro und einem Personalstand von 82 Vollzeitäquivalenten.

Im Jahre 2017 zählte man 77.672 eJournals, 371 Databases und rund 600.000 eBooks der Nationalbibliothek plus rund 87.000 eBooks der im Katalogverbund (bibnet.lu bzw. a-z.lu) angeschlossenen öffentlichen Bibliotheken.

Nach dem Umzug in den Neubau soll das Budget rund 112.000 Euro betragen. Die Nettoflächen der neuen Bibliothèque nationale de Luxembourg (nBnL) werden 24.000 m² betragen, davon 11.800 m die Magazine, als Box in der Box konzipiert, und öffentliche Bereiche (Konferenz- und Ausstellungsräume, Café, Lesesäle in Form einer Terrassenlandschaft) mit 8.570 m².

Besonders ist hervorzuheben, dass die Bibliothek über eine automatisierte Rückgabe verfügen wird und eine Trambahnstation direkt vor dem großzügigen Foyer mit Café eingerichtet wird. Dass dann auch die Öffnungszeiten stark verlängert werden – derzeit wochentags 10-19 und samstags 9-12 Uhr und damit modernen Arbeitszeitanforderungen absolut nicht gerecht – ist ein weiterer Pluspunkt, den der Umzug nach sich ziehen wird.

Maluspunkt wird sein, dass sich das studentische Leben in der Innenstadt wohl verändern wird. Und seien es auch nur drei Haltestellten mehr – in Luxemburg hat man’s gerne fußläufig bequem. Kein Wunder, der Autoverkehr ist hier gruselig, die historische Innenstadt davon jedoch weitestgehend befreit.

Christel Kayser, Bibliothèque nationale de Luxembourg / NationalbibliothekVortragene aus der Bibliothèque nationale de Luxembourg / NationalbibliothekDie Inhalte der beiden anderen Vortragsschwerpunkte muss ich leider schuldig bleiben. Was hängen blieb, ist, dass sie im Bezug auf den Import und die Harmonisierung von Metadaten bahnbrechendes geleistet haben. Nun, das fällt nicht gerade in mein Fachgebiet. Ich meine aber, dass es noch viel mehr Mitreisende rund um die BIB-Landesgruppe gab, zumal fast alle aus wissenschaftlichen Bibliotheken Mecklenburg-Vorpommerns, die Auskunft geben könnten. Vielleicht gibt es ja von dieser Seite aus ausführlichere Berichte.

Mein nächster Berichtsausflug jedenfalls ist etwas ganz entspannendes, nämlich eine kleine Fotoschau zur Stadtbesichtigung mit Jean-Marie Reding. Bleiben Sie dran!

P. S.: Da ich nicht sicher bin, inwieweit ich die Folien, mithin die Entwurfsskizzen der Architekten frei veröffentlichen darf, werfen Sie doch einfach selbst einen Blick auf die Webseiten, die einige davon ausweist. Hier ein Zeitungsbericht mit einem Foto vom Neubau, und hier bei Lessentiel.lu.

Alle Berichtsteile zur Studienreise nach Luxemburg

1. Studienreise Luxemburg (1): Cité Bibliothèque

2. Studienreise Luxemburg (2): Curia Europa

3. Studienreise Luxemburg (3): Bibliothek des Gerichtshofs der EU

4. Studienreise Luxemburg (4): Nationalbibliothek (Dieser Bericht hier)

5.1. Studienreise Luxemburg (5.1): Stadtführung, Teil 1

5.2. Studienreise Luxemburg (5.2): Stadtführung, Teil 2

6. Studienreise Luxemburg (6): Mullerthal

 

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