Leitbilder kritisch betrachtet – Anlass war eine vertiefende Aufgabe innerhalb eines Weiterbildungskurses unter Studierenden der Bibliothekswissenschaft. Folgende Kritikpunkte wurden benannt:
- ÖB Kritik / Wunsch
- sehr kompakt, doch zu undifferenziert
- sehr umfangreich, aber eher aussageschwach
- stellenweise eine stärkere Segmentierung der einzelnen Punkte gewünscht, um sich von anderen Öffentlichen Bibliotheken der Umgebung besser zu unterscheiden
- sehr umfangreiches Leitbild, jedoch zu sehr an den strategischen Zielen der Stadt orientiert, sagt zu wenig über die tatsächliche Arbeit der Städtischen Bibliotheken aus
- über zehn Jahre alt
- WB Kritik / Wunsch
- Ausführungen zu den Zielgruppen scheinen ein wenig zu kurz gekommen
- mehr Konkretisierungen bei der Zielgruppe / deutlicher herausarbeitet, welche Zielgruppe sie direkt ansprechen möchte
- Leitbild auf dem Internetauftritt relativ versteckt ist und eine Suche über das Suchfeld nötig war, um es auf der recht unübersichtlich gestalteten Webseite zu finden
- das Leitbild wie die Webseite wirkt designtechnisch etwas antiquiert
- lässt die Individualität und das Verhalten der Mitarbeiter*innen vermissen
- über zehn Jahre alt, eine Aktualisierung wäre daher wünschenswert
- die Frage nach dem Warum scheint zu kurz zu kommen
- etwas zu lang (vor allem bei den Prinzipien)
- Stil: einige Doppelungen, emotional („Wir…“)
- Adressat unklar
- starke Beweggründe, metaphorisch formuliert
Bei Letzterer Aufzählung überlegte ich, ob das nun Kritik oder Wunsch ist. Als Kritik könnte es so gemeint sein, dass das Leitbild durch seine metaphorische Sprache starke innere Motivationen anspricht, jedoch möglicherweise auch Interpretationsspielraum lässt oder nicht direkt genug ist.
Wie auch immer … einige Kritikpunkte sind es wert, beachtet zu werden und es besser zu machen. Gerne auch mit meiner Hilfe durch Leitbildfortbildung oder als Inhouse-Workshop im Rahmen eines Bibliothekskonzepts mit passgenauer Zielrichtung und einem realistischen Ausführungsplan überein.